Kunst als Kooperation

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Vor einem Jahr startete ich ein Experiment.
Im Rahmen des Projektes „Schöpfungsweg/Franziskusweg“ in Pitten entsteht eine Serie mit Tafelbildern, die Geschichten und Legenden aus dem Leben des Franz von Assisi zum Thema haben.
Das Besondere an diesem Projekt ist der Versuch, Menschen, die selbst wenig bis keine Erfahrung mit künstlerischem Ausdruck haben, aber an der Thematik interessiert sind, im Rahmen einer Kooperation in den kreativen Prozess einzubinden.
Das ist jetzt nicht nur für die Beteiligten eine Herausforderung, sondern in hohem Maß auch für mich selbst.
An einem Bild zu arbeiten, ist ein sehr persönlicher Prozess, bei dem ein natürlicher und konzentrierter Dialog mit dem Entstehenden und der eigenen Wahrnehmung, Urteilskraft und Intuition stattfindet, ein intimer Vorgang, an dem ich niemanden aktiv teilnehmen lasse. Nicht einmal mit einem Kommentar, bevor ich meine Arbeit als fertig und abgeschlossen betrachte.
Bei diesem Projekt ist genau das Gegenteil der Fall.
Diese Tafelbilder sind ein Mix aus Malerei und Mosaik. Die Malerei ist mein Part, das Mosaik kommt von den Mitgestaltern. Ich arbeite dabei immer mit einer Gruppe, manchmal Erwachsene, manchmal Schüler. Mein Ziel ist dabei die Balance zwischen Öffnung und Abgrenzung zu finden.
Neue und fremde Impulse werden bewusst zugelassen. Dabei dürfen sie das Endergebnis aber nicht zerstören, sondern sollen es bereichern. Ich achte darauf, durch genaue Auswahl und überlegte Einschränkung der verwendeten Materialien und Gestaltungsmöglichkeiten der „Koproduzenten“ eine Situation zu schaffen, die es mir erlaubt, ihnen dann beim Arbeitsprozess am Bild absolute Freiheit zu lassen.
Der finale Akt besteht dann für mich im Aufgreifen der fremden Impulse und deren Einbindung in die fertige Bild, ohne an der Arbeit der Mitgestalter wesentliches zu verändern. Wobei ich mir nötige, meist kleine Korrekturen vorbehalte.
Bei dem hier vorgestellten Bild stammen die Tiere von je einem Schüler und Schülerin (2b Gymnasium Sachsenbrunn), die dann von mir farblich umgesetzt und aufs Bild übertragen wurden.
Danach wählte ich Mosaiksteine für jedes Tier, die von den einzelnen Schülern selbst aufs Bild geklebt und platziert wurden.

 

      

  

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